Jean Krämer

 

 

Lebenslauf von Jean Krämer

 

 

(* 11. März 1886 in Mainz-Kastel; † 17. Januar 1943)

 

Er war ein deutscher Architekt, der in Berlin und im Umland zahlreiche Bauten realisieren konnte. Er bevorzugte Elemente des Expressionismus mit Hinwendung zur Neuen Sachlichkeit. Besonders bekannt wurde Krämer durch seine Um- und Neubauarbeiten verschiedener Berliner Straßenbahnbetriebshöfe in den 1920er Jahren, in der Literatur wird er deshalb häufig als „Hausarchitekt der Berliner Straßenbahn“ bezeichnet.


Nach seinem Schulbesuch in Mainz studierte Krämer je zwei Jahre ab 1904 an der Kunstgewerbeschule Mainz, und ab 1906 an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf. Nach seiner Ausbildung trat er in das Atelier von Peter Behrens ein und wurde 1908-1918 dessen Atelierchef.

 

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges eröffnete Jean Krämer 1918 ein eigenes Atelier in Schöneberg bei Berlin. Dort entstanden im Lauf vieler Jahre Pläne von Ingenieurbauten, Industrieanlagen, städtebaulichen Komplexen, Mehrfamilienwohnhäusern, Landhäusern, luxuriösen Villen, Verwaltungsgebäuden, Bauten für kulturelle und sportliche Zwecke sowie komplette Inneneinrichtungen. Sein Schaffensschwerpunkt lag auf Fabrikgebäuden, Wohnbauten und Sportanlagen. Ein wichtiges Prinzip seiner Architekturentwürfe war die Einpassung der geplanten Gebäude in bereits vorhandene Baukomplexe und Straßenführungen. Die klare und funktionelle Anordnung der Räume im Inneren eines Gebäudes mit geräumigen Nebengelassen und Eingangsbereichen bestimmten die äußere Gestaltung seiner Bauten. Mit kleinen dekorativen Details gelang Krämer auch eine Nuancierung bei ansonsten langen Häuserzeilen, beispielsweise mit Bauvorsprüngen oder unterschiedlich gestalteten Hauseingängen.

 

Krämers Atelier konnte bis zu dessen Tod unzählige Bauten im Großraum Berlin verwirklichen, von denen heute viele unter Denkmalschutz stehen.